Also wenn Gwen Stefani wie ein Kerl darüber singen wollte, wie man Sex mit Prostituierten hat, dann hätte sie das wohl schon getan, oder?
Leider war dies den Machern des Video-Spiels Band Hero wohl nicht ganz klar, weshalb sie den Avatar von No Doubts Frontfrau genau das tun lassen, was nur eins bedeuten kann: eine Klage!
Die Rockband hat gegen den Video-Spiel-Unternehmer Activision eine Klage eingereicht wegen Täuschung beim Vertragsabschluss und Vertragsbruch. Sie behauptet, dass Stefani, Tony Kanal, Tom Dumont und Adrian Young der Benutzung ihrer Konterfeis zwar zugestimmt hätten, die Firma dem Vertrag zufolge aber nur drei ihrer Songs, nämlich “Don’t Speak”, “Excuse Me Mr.” und “Just a Girl” hätte benutzen dürfen.
Doch offenbar haben die technischen Macher bei Activision den Titel des letzten Songs nicht beherzigt.
Der Gamehersteller erlaubt Spielern, Stefani und Co. so zu manipulieren, dass sie mehr als 60 Songs spielen können, auch solche von anderen Künstlern. Dies würde No Doubt in nichts anderes als einen “virtuellen Karaoke-Zirkusakt” verwandeln heißt es in der Klageschrift.
Der Song, mit dem No Doubt am meisten Probleme haben, ist Rolling Stones’ “Honky Tonk Woman”. Die Band behauptet, dass das Manipulieren in „einer unautorisierten Performance von Gwen Stefanis Avatar mit einer männlichen Stimme resultiert, die sich rühmt, Sex mit Prostituierten zu haben”.
Nicht, dass daran etwas auszusetzen wäre.
In der Klageschrift wird betont, dass No Doubt große Fans der Rolling Stones seien und sogar schon mit den Rolling Stones aufgetreten seien.
Wovon die Bandmitglieder aber keine großen Fans sind, ist die Art, wie die Figuren manipuliert werden, was die Benutzer in den Glauben versetzen könnte, dass die Band es unterstützt und befürwortet, wenn einzelne Mitglieder Songs singen, die vollkommen unangemessen sind und nicht der Art von No Doubt entsprechen, heißt es weiter in der Klage.
Das Unternehmen hat, wie nicht anders zu erwarten, seine künstlerische Freiheit mit den Konterfeis verteidigt:
„Activision ist davon überzeugt, dass es sich im Bezug auf die Benutzung und Darstellung der Bandmitglieder in dem Videospiel an die rechtlichen Bestimmungen gehalten hat und dass die Klage unbegründet ist”, wurde in einem Statement bekanntgegeben.
Stefani und ihre Kollegen sind jedoch nicht die einzigen Stars, die etwas gegen ihre Alter Egos einzuwenden haben. Courtney Love hat bereits Anfang des Jahres eine Klage gegen Activision eingereicht, nachdem eine ähnliche Manipulierung bei Guitar Hero 5 darin resultierte, dass Kurt Cobains Avatar Melodien anderer Bands sang.
No Doubt wollen eine unspezifizierte Entschädigung, eine gerichtliche Verfügung, die Activision verbietet, weitere Spiele zu vertreiben, sowie den Widerruf sämtlicher bereits existierender Kopien von Band Hero.
Letzteres könnte sich als schwierig erweisen. Die Klage wurde am Mittwoch bei Gericht eingereicht, nur einen Tag, nachdem die mit großer Spannung erwartete Fortsetzung des Spiels auf den Markt kam.
Quelle: de.eonline.com/
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